Image default

Willkommen zu Hause!

März 2016. Schon immer wollte ich einmal auf die Malediven!

Meine Augen füllen sich mit Tränen. Schon im Landeanflug spürte ich ein Kribbeln im Bauch. Es hat was von heimkommen. Obwohl ich in diesem Land mit hunderten von Inseln, den Malediven, bisher nur 10 Tage meines Lebens verbracht habe.

Ich freue mich auf die kommenden Tage. Das Meer. Die Sonne. Den Sand unter den Füßen.

Holzsteg auf den Malediven

Malediven. Das Wort alleine löst in vielen Menschen eine Sehnsucht aus. Eine Sehnsucht nach dem Paradies auf Erden. Wer kennt nicht die Bilder?

Weißer Sand, ein Meer in den verschiedensten Blau und Türkis-Tönen, Palmen, Bungalows am Strand oder direkt im Wasser und eine fantastische Unterwasser-Welt, voller Leben. Es ist ohne Zweifel ein wunderschöner Fleck Erde.

Für uns hat er aber noch eine viel tiefgreifendere Bedeutung.

Jetzt sollte es soweit sein. Wir hatten Urlaub gebucht: 10 Tage Insel-Hopping auf einem Katamaran. Ich glaub zum ersten Mal in meinem Leben klickte ich auf einen werblichen Newsletter eines Reiseanbieters und buchte tatsächlich auch.

Diese Reise hatte uns gefunden, gezielt danach gesucht haben wir nicht. Das Geld hatten wir eigentlich dafür sowieso nicht. Wir sparten ja schon seit einiger Zeit auf unsere geplante Weltreise, die im kommenden Jahr beginnen sollte. Aber ich war froh, dass wir uns dazu entschlossen haben, das benötigte Geld von unserem Weltreise-Konto abzuzwacken.

Es fühlte sich richtig an.

Auf einem Boot durch die Inselwelt der Malediven

Kaum an Bord lernten wir 3 super sympathische Menschen kennen. Einen einzelnen Herrn aus Stuttgart und ein Schweizer Pärchen. Mit den 2 Crewmitgliedern und dem Koch legten wir ab. Wir waren im Baa & Raa Atoll unterwegs. Unser Tag bestand aus: eat, sleep, snorkel, repeat.

Die Crew machte sich schon über uns lustig, da wir immerzu im Wasser sein wollten. Es waren bestimmt an die 4 Stunden jeden Tag. Wir besuchten Sandbänke, unbewohnte Inseln, kilometerweite & teilweise noch gut intakte Korallenriffe. Neben den unzähligen Fischen bekamen wir die Gelegenheit Adler-Rochen zu beobachten. Delfin-Familien begleiten uns von einem Atoll ins andere.

Der absolute Knaller war aber die Begegnung mit den Schildkröten. Wir hatten das Glück, diesen fantastischen Tieren ganz nah zu sein. Unglaublich schöne Tiere!

Wenn ich mir vorstelle, was das Tier schon alles erlebt hat, wo es überall war, wie alt es wohl ist, was es wohl erzählen könnte…

Wir haben die Erlebnisse auch in einem Video festgehalten, neugierig?

Völlig geflasht vom Tag saßen wir abends beim Sonnenuntergang an Deck und mussten uns ein paar Mal kneifen. Ist das alles ein Traum?!

Doch leider ist nicht alles Heile-Pippi-Langstrumpf-Welt. Es war keine Seltenheit das wir Plastikteile mit vom Schnorcheln aufs Boot brachten.

Hinter den Sandbänken entdeckten wir Müll. Es war nicht nur eine Plastik-Trinkflasche, die von dem vorherigen Touristen dort vergessen wurde –  nein, wir fanden vereinzelte Flip-Flops, Plastikflaschen, Überreste von Feuerzeugen, einzelne Deckel und Strohhalme.

Woher kommt der ganze Rotz?! Während den 10 Tagen haben wir keine anderen Schiffe oder Touristen gesehen. Es musste andere Gründe geben.

An Deck, es musste so kurz vor dem Abendessen sein, schwamm auf einmal eine leere Tunfisch-Dose neben dem Boot. Bis ich realisiert habe, dass unser Koch diese einfach aus dem Fenster schmiss. Er missbrauchte den indischen Ozean als Riesen Mülltonne!

Gehts noch?! Wie kommt man überhaupt auf diese Idee?

Wie verbringt man Zeit auf den Malediven?

Marina beim Sonnenuntergang

Es gab keinerlei Ablenkung, dafür mehr als genug Zeit zum Nachdenken.

Was ist mir wichtig? Was möchte ich mit meinem Leben machen? Was macht mich glücklich?

Jetzt, ungefähr ein Jahr später habe ich eine ungefähre Ahnung. Mein Leben – nein unser Leben –  wird sich in diesem Jahr verändern.

Rückblickend war der Anfang für alles, dieser Trip, für den eigentlich nicht das Geld da war. Micha und ich haben in diesen 10 Tagen, im März 2016, unseren Weltreise-Plan über den Haufen geschmissen.

Nein, wir wollen nicht „nur“ reisen, die Wohnung nicht untervermieten, alle Habseligkeiten einlagern, nicht nach einem Jahr in unsere alten Jobs zurück und alles geht so weiter wie vorher.

  • Wir möchten an Orte reisen, um Menschen zu finden die das Meer lieben. Wie wir. Die sich für den Erhalt des Ozeans einsetzen. Die Haien eine Stimme geben. Die mit anpacken.
  • Wir suchen nach Antworten auf unsere Fragen. Wir möchten verstehen, wie wichtig das Meer für die Menschen ist, die davon leben (müssen).
  • Wir möchten selbst aktiv werden. Uns die Hände schmutzig machen. Mit anderen zusammen Lösungen für das Plastikmüll Problem vor Ort finden.
  • Wir möchten die Schönheit unsers Ozeans live erleben.
  • Wir möchten unseren Tag selbst bestimmen.
  • Wir möchten ortsunabhängig arbeiten.

Ich möchte meinen „perfekten Tag“ jeden Tag leben. Denn darum geht es doch im Leben oder? Es sollte gelebt werden!

Teile diesen Beitrag mit der Welt

Ähnliche Beiträge

Indonesien – mein Herzensort

Marina

Haiprodukte in deutschen Supermärkten

Micha

Welche Arten von Mikroplastik gibt es?

Micha

Wir verwenden Kekse (Cookies), um Dir das beste Nutzerlebnis bieten zu können. Wir wollen aber Dir die Entscheidung überlassen. Ich mag Kekse (Cookies), also erlaube ich Euch die Nutzung Mehr Infos