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Ein Lebenswandel – durchs Surfen zum plastikfreien Leben

Vom Surfschüler zum Plastikrebellen.

Heute erzählt Elena von ihrem gemeinsamen Weg mit Freund Patrik. Sie sehen die Welt mit anderen Augen als noch vor ein paar Jahren, auch ihr Lebensstil hat sich verändert. Aber lies selbst: vom Surfschüler zum Plastikrebellen. Viel Spaß mit der inspirierenden Geschichte der Beiden in einer neuen Folge von “DU bist Ozeankind”.

Heute vor einem Jahr

Unser Weg vom Surfschüler zum Plastikrebell begann vor ziemlich genau einem Jahr auf dem Rückweg unseres Sommerurlaubs. Wir hatten einen tollen Surf-Urlaub in Südfrankreich verbracht und suchten eine Möglichkeit, um auch außerhalb unseres Sommerurlaubs surfen zu können. Ein Arbeitskollege von Patrik gab uns schließlich den Tipp, über den Herbst und Winter auch einmal die Niederlande zum Surfen in Betracht zu ziehen. Nach etwas Recherche fanden wir eine nette Surfschule am Strand von Scheveningen in Den Haag, die wir auch gleich ausprobierten.

Es stellte sich heraus, dass die Surfschule neben Wellenreiten und leckeren Pfannkuchen vor allem auf Nachhaltigkeit setzt. Für Gäste gibt es dort beispielsweise die Möglichkeit, sich spezielle Jutebeutel und Müllgreifer zu leihen, um mit diesen am Strand Müll zu sammeln – und wer einen vollen Beutel zurückbringt, bekommt ein Getränk umsonst.

Das warme Wasser für die Duschen wird mittels Sonnenenergie auf dem Dach aufgeheizt und das Wasser zum Händewaschen wird gleich genutzt, um die Spülkästen der Toiletten zu füllen. Durch diese und viele weitere Ideen wurde uns bewusst, wie viel Potenzial es für uns in Sachen Nachhaltigkeit noch gibt und wie teilweise rücksichtslos mit unseren Ressourcen umgegangen wird. Der Weg zum Plastikrebellen begann…

Können wir unsere Leben minimalisieren?

Ein paar Wochen nach unserem Urlaub in den Niederlanden stieß Patrik dann durch Zufall auf den Film „Minimalism“, der bei ihm von heute auf morgen dafür sorgte viele Dinge in seinem Leben zu überdenken. Dies war eine schwierige Zeit für mich, denn dieser Prozess dauerte bei mir deutlich länger.

Ständig fehlten mir in dieser Zeit Dinge auf, wenn ich nach Hause kam. Das Gästesofa? – hatte Patrik verkauft. Die zweite Garderobe? – hatte Patrik verschenkt. In dieser Zeit setzten wir beide uns auch intensiv mit unserem eigenen Konsumverhalten auseinander, denn nach dem ganzen Ausmisten sollte es ja nicht nach ein paar Wochen wieder so aussehen wie zu Beginn. Bevor neue Dinge angeschafft werden, stellen sich für uns seitdem Fragen wie: „Brauche ich das wirklich?“, „Habe ich schon einen ähnlichen Gegenstand, der den gleichen Nutzen erfüllt?“

Ähnliche Fragen beschäftigten uns auch beim täglichen Einkaufen im Supermarkt: „müssen es wirklich die Bio-Äpfel im Plastikbeutel aus Neuseeland sein?“ und „soll ich wirklich die 500g Packung Putenfleisch für 2,50€ kaufen?“. Diese und ähnliche Fragen beantworteten wir für uns natürlich mit „Nein!“. Wir stiegen stattdessen um auf regionales Obst und ließen, soweit es möglich war, in Plastik verpacktes Obst und Gemüse links liegen.

Außerdem entschieden wir uns testweise auf günstiges Fleisch aus dem Supermarkt zu verzichten und wenn es Fleisch geben sollte, dann nur das Fleisch vom Metzger zu kaufen. Erstaunlicherweise fiel uns der Umstieg viel leichter als gedacht, so dass wir nach über einem Jahr noch immer weitestgehend vegetarisch leben und nur gelegentlich Fleisch essen.

Plastikfrei in der Hauptstadt – geht das auch zu Hause?

Im Mai 2018 bei einem Ausflug nach Berlin machten wir schließlich unseren nächsten großen Schritt in Richtung Plastikrebell. Unsere Unterkunft dort war ein Airbnb-Zimmer bei einem gleichaltrigen Pärchen. Ihr Lebensstil beeindruckte uns beide sehr, da sie ähnliche Werte verfolgten, aber einen Schritt weiter als wir zu sein schienen. Sie lebten minimalistisch, einfach und plastikfrei.

Gleich am ersten Abend entdeckten wir in ihrem Bad Zahnputzpastillen in einem Einmachglas. Unsere Neugierde war geweckt und wir fragten unsere Gastgeber, wo auch wir solche Pastillen bekommen könnten. So wurde uns schließlich der „Unverpackt Laden“ in Berlin empfohlen. In etwa wie ein Tante-Emma-Laden, nur konnte man dort seine eigenen Gefäße mitbringen und ohne zusätzliche Verpackungen einkaufen.

Begeistert stellten wir dort fest, wie viele Bereiche unseres täglichen Lebens wir verpackungs- und plastikfrei gestalten können und deckten uns gleich mit Bambus-Zahnbürsten und Zahnputzpastillen aus dem Einmachglas ein, da wir annahmen, dass es solche Läden ja nicht im heimischen Düsseldorf gibt. Doch Google wusste es besser. Vor wenigen Monaten hatte auch in Düsseldorf der erste verpackungsfreie Einkaufsladen eröffnet, welchen wir seitdem regelmäßig nutzen, um einen Großteil unserer Einkäufe verpackungsfrei zu tätigen.

Geburtstagskind trifft Ozeankind

Der letzte Schritt zum Plastikrebellen und zu Ozeankind waren dann unsere Geburtstage. Schon länger hatten wir die Idee, uns zum Geburtstag statt materieller Dinge lieber Erlebnisse zu schenken oder auch Geld zu spenden. Auf der Suche nach einem nachhaltigen Projekt stieß Elena dann auf der Facebook-Seite unseres Unverpackt Ladens auf eine Verlinkung zur Seite von Ozeankind. Ozeankind machte direkt einen sympathischen Eindruck und ich schrieb gleich am nächsten Tag Marina und Micha an, um ihnen von unserem Plan der Geburtstagsspende zu berichten.

Beide ließen es sich nicht nehmen und wollten uns bei einem persönlichen Telefonat kennenlernen. Nach einem sehr netten Gespräch mit den beiden war klar: ab heute kämpfen wir gemeinsam. Damit der Ozean, wenn er sprechen könnte, irgendwann vielleicht sagen würde, dass es ihm durch Menschen wie uns ein bisschen besser geht.

Müll überall

Wenn wir jetzt spazieren gehen ist nichts mehr wie vorher. Überall fällt uns jetzt Plastikmüll auf. Wir sehen ihn im Park, auf Wiesen, am Strand und fragen uns, wie wir das alles vorher so einfach übersehen konnten.

Noch im letzten Sommerurlaub ist uns der ganze Müll an der französischen Atlantikküste gar nicht aufgefallen. Dieses Jahr nahmen wir den Strand ganz anders wahr und entschieden uns, gleich etwas dagegen zu tun und nahmen jedes Mal etwas Müll vom Strand mit – am Ende des Urlaubs insgesamt 7 kg. Jedes Kilogramm ist natürlich auf dem Ozeankind-Counter gelandet.

Unsere Geschichte zeigt, durch welche Kleinigkeiten sich ein Leben manchmal radikal ändert. Wir hoffen durch unsere kleinen Schritte auch andere zu einem Umdenken in ihrem Leben zu bewegen.

 

 

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