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Was ist eigentlich Mikroplastik? Wie entsteht es?

Mikroplastik – gefährliche Kleinteile.

Überall liest man das Wort Mikroplastik, dabei scheint es immer noch so zu sein dass viele von uns gar nicht genau wissen, was das eigentlich ist. Grund genug für mich, mal einen Beitrag darüber zu schreiben.

Ganz einfach erklärt handelt es sich dabei um kleine Kunststoff-Teilchen im Mikro- oder Nanometerbereich. Man unterscheidet generell zwischen solchem Mikroplastik, welches im Großteil der Kosmetik und auch in Kleidung aus Kunstfaser enthalten ist (unsere Beiträge zu den Themen Mikroplastik in Kosmetik und Hormone auf meinem Teller) und den Teilchen, die durch den witterungsbedingten Zerfall des “normalen” Plastikmülls entstehen.

Mikroplastik weist eine dem Wasser ähnliche Dichte auf und ist meist so klein, dass man es teilweise mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Das bedeutet dass wir auch Mikroplastik im gefilterten Meerwasser finden, wenn das Meer sonst sauber zu sein scheint.

Mikroplastik im Abwasser

Beim Waschen von Kleidung werden von der Kleidung winzige Mikroplastikteilchen abgerieben – und landen im Abwasser. Fleece-Textilien, High-Tech Laufshirts, Funktionskleidung und andere synthetischen Gewebe sind hier die Schuldigen, da sie Mikroplastik enthalten, welches beim Waschen abgerieben wird und im Abfluss landet. Pro Jahr landen so bspw. allein in Deutschland aus nur einem einzigen Haushalt 4.100 Liter mit Textilfasern angereichertes Wasser im Abfluss (Quelle: Plasticontrol).

Und wenn das Plastik im Wasser landet, hat das zwei schlimme Konsequenzen. Für die Tiere und für uns Menschen.

Fangen wir mal mit dem Krill an, also dem Plankton. Plankton unterscheidet man in Zooplankton (tierisches Plankton) und Phytoplankton (pflanzliches Plankton). Zooplankton ernährt sich vom Phytoplankton und das Phytoplankton wiederum ernährt sich von Mineralien und abgestorbenen Organismen. Heringe fressen Plankton. Menschen essen Heringe. Und wenn die Menschen keinen Hering essen, dann essen sie vielleicht Thunfisch – wie Du vielleicht weißt: Thunfische fressen Heringe.

Merkste was? 🙂

Mikroplastik im Abwasser

Mikroplastik in den Flüssen und Ozeanen

Das große Problem ist, dass die Mikroplastikpartikel so klein sind, dass sie eigentlich immer direkt in unseren Flüssen und Ozeanen landen. AUCH BEI UNS IN DEUTSCHLAND.

Denn auch unsere hochentwickelten Kläranlagen können das Mikroplastik in den allermeisten Fällen NICHT herausfiltern. Das heißt also dass die Mikroplastikpartikel aus Kleidung und Kosmetik auf mehr oder weniger direktem Weg in Flüssen, Seen und im Meer landen. Es reicht also nicht dass wir den, ich nenne ihn mal “Standardplastikmüll”, im Meer finden – die Mikroplastikpartikel kommen noch dazu!

Mikroplastik im Magen

Auch hier gibt es eine Vielzahl von Beispielen – man denke an den großen Wal, der auf der Suche nach Krill (Zooplankton) mit weit geöffnetem Maul durch den Ozean schwimmt. Oder Seevögel, die von den kleinen bunten Plastikteilchen scheinbar magisch angezogen werden … der Wal nimmt es automatisch mit dem Wasser und dem Krill auf – der Vogel verfüttert es an seine Jungen, einfach weil er es nicht von “Nicht-Plastik” unterscheiden kann. Und da die Vögel Plastik so schlecht verdauen können, füllt sich ihr Magen nach und nach mit Plastik – solange bis keine richtige Nahrung mehr aufgenommen werden kann und die armen Tiere qualvoll ersticken. Todesursache Plastik.

Weisst Du eigentlich, wo die Midway-Inseln sind?

Midway-Inseln
Quelle: Google

Falls nicht – jetzt weißt Du es. Mitten im Pazifik – tausende Kilometer vom Festland entfernt. Und jetzt schau Dir vielleicht mal dieses Video an.

Toll gemacht. Und in diesem Video sieht man “nur” den großen Plastikmüll … ich möchte nicht wissen wieviel Mikroteilchen diese Vögel in sich haben.

Zusammengefasst halten wir fest. Mikroplastik ist scheiße. Ob in Form von Kleinstteilchen oder von Plastikbruchstückchen. Und auch wenn ich mich wiederhole – wir müssen unsere Gewohnheiten ändern. Es kann nicht sein dass wir, unsere Generation, diese Welt kaputtmachen. Zieh Dir das mal rein – diesen ganzen Kram da im Video hat die Frau innerhalb nur einer Stunde gesammelt – aus den Mägen verendeter Albatrosse und am Strand der Midway-Inseln, viele Tausend Kilometer entfernt vom nächsten Festland.

Denk immer dran: Es gibt kein “weg”, Plastik ist leider nie weg, sondern nur woanders.

Was Du tun kannst?

Kaufe Kosmetikartikel ohne Mikroplastik – es gibt gut duftende Shampoos und Duschgels auch ohne Mikroplastik. Auch gibt es wirksame Zahnpasta und und und … ich kann dazu auch die App “Code Check” (gibt es im Apple Store und im Google PlayStore) empfehlen – damit kann man ganz einfach direkt im Drogeriemarkt prüfen ob Mikroplastik enthalten ist. Wenn alles grün angezeigt wird, ist es unbedenklich. Auch Palmöl sollte nicht unbedingt enthalten sein – und wenn da Bio-Palmöl.

Achte beim Kauf von Kleidung auf die Zusammensetzung und die Inhaltsstoffe, vermeide wenn möglich generell Fleece-Textilien, High-Tech Laufshirts, Funktionskleidung und andere synthetische Stoffe, die Mikroplastik enthalten. Empfehlenswert ist bspw. die Marke Patagonia. Und halt Baumwolle 🙂

Beobachte die Jungs von Langbrett – sie haben einen Beutel entwickelt, der das Mikroplastik aus der Wäsche filtern kann. Den Beutel kann man per E-Mail vorbestellen.

 

 

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