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Urlaub im Paradies auf Zakynthos

Mein Urlaub auf Zakynthos – Paradies in Gefahr.

Tamara war auf der traumhaften griechischen Insel Zakynthos. In der heutigen Ausgabe von “Du bist Ozeankind” nimmt Sie Dich mit zu den Niststränden der Schildkröten und berichtet von den Herausforderungen vor Ort.

Wir waren dort eigentlich zum Urlaub machen. Da wir uns aber sehr für den Natur und Arten bzw. Tierschutz in jenen Ländern die wir bereisen interessieren, haben wir uns schon im Vorfeld etwas informiert.

Besuch einer Schutzstation auf Zakynthos

Auf Zakynthos gibt es zum einen eine Aufklärungsstation, in der erklärt wird wie Schildkröten ihre Eier legen, die kleinen von der Sonne ausgebrütet werden und wie diese dann ihren weg ins Meer finden. Auch Regeneration Becken für verletzte Tiere sind vorhanden. Als wir dort waren gab es zum Glück gerade keine.

Um jeden mal sehen zu lassen wie so eine Schildkröte aussieht und was sie ausmacht sind griechische Landschildkröten als „Anschauungsmaterial“ vorhanden diese kann natürlich jeder mal unter Aufsicht in der Hand halten. Sonst werden klassisch auch Souvenirs Getränke usw. zu Gunsten der Schildkröten verkauft.

Die Organisation Archelon die sich für den Erhalt der Meeresschildkröten in ganz Griechenland einsetzt markiert die Nester, richtet Sperrzonen ein, klärt die Leute an verschiedensten Stellen (Hotels, Supermärkte usw.) auf oder wenn das Nest an einer sehr unsicheren Stelle platziert ist graben sie die Eier auch aus und Brüten diese aus.

Es gibt bis auf acht Niststrände auf Zakynthos davon sind eigentlich alle bis auf einen (dieser wurde vom WWF gekauft) für Touristen zugänglich und nutzbar. An manchen Stränden nisten nur noch selten bis keine Schildkröten, da dort der Lärm und die Rücksichtslosigkeit der Touristen zu groß ist und auch die kleinen den Weg nicht mehr ins Meer finden, da die Scheinwerfer und Lichter zu stark irritieren.

An den großen Hauptniststränden wird entweder mit schnüren eine Speerzone aufgebaut oder es gibt lediglich Verbotsschilder die hinweisen das dort Brutgelände ist. Was wie man sich vorstellen kann mal mehr und mal weniger beachtet wird.
Die Nester an jedem Strand bis auf dem WWF Strand werden mit Holzkästen gekennzeichnet so dass erstens nachvollziehbar ist wie viele Nester es schon sind (diese werden mit Lege/Funddatum versehen) und zum anderen das keiner unachtsam darauf herum tritt.

Naturschutz vs. Tourismus

Wie man sich sicher vorstellen kann liegen die Anliegen der Naturschützer und der Einheimischen recht weit auseinander. Es gab Zeiten da wurden die Holzkästen zerstört und die Spuren der Schildkröten verwischt nur um beim Schlüpfen mit Touristen dort zu sein und Geld zu verdienen. An einigen Stränden werden die Nester nachts bewacht je nachdem wie die finanziellen mittel vorhanden sind oder gerade genug Volontäre da sind. An anderen Stränden wurde das liegen auf dem noch vorhandenen Sand komplett verboten.

Die eigentlich angedachten Verkleinerung der Taverne usw. wurde nicht durchgesetzt da zu dieser Zeit Griechenlands Schulden Problem ans Licht kam und diese Kürzungen auch für den Staat Einbußen bedeutet hätten, also wurde einfach der Parkplatz noch größer gemacht und alle Vorhaben in den Wind geschossen.

Das einzige was recht gut durchgesetzt wurde, sind die Schutzzonen in denen kein Boot oder Jetsky fahren darf bzw. nur in gewissen Geschwindigkeiten. Dies funktioniert soweit recht gut und hilft auch den Schildkröten sehr.

Wie sieht es aus mit Müll auf Zakynthos?

Unter anderem ist das Müll Problem auch sehr groß. Es sind nicht nur die unachtsam weg geworfenen Plastikflaschen sondern vieles mehr. Altöl, Angelhaken, medizinische Produkte wie Nadeln oder leere Ampullen waren da unsere „Highlights“.

Jeden Strand den wir besucht haben sind wir ca. zwei Stunden abgelaufen und haben am morgen erst mal Müll gesammelt. Wir waren, was schön zu sehen war, meist nicht alleine unterwegs. Das Problem daran ist allerdings auch, das es an keinem Strand Abfalleimer gegeben hat. Die vielleicht ansatzweise zum nachdenken angeregt hätten. Natürlich haben nicht alle Besucher Dinge bewusst weg geworfen sondern auch viele ihren Müll wieder mitgenommen.

Das schockierendste war, ein Kind zeigt seiner Mutter einen Angelhaken und meinte, der muss weg geworfen werden, die Mutter nimmt ihn und wirft ihn einfach wo anders hin. Das wir uns sehr geärgert haben konnte sie nicht verstehen auch nicht das wir ihre Vorbildfunktion kurzzeitig mal mehr als angezweifelt haben.

Das allgemeine Müll Verständnis bzw. Problem ist in Griechenland überall allgegenwärtig. Unerlaubte Müllplätze wo man geht und steht. Der Müll türmt sich an den Straßen neben den Mülltonnen oder der alte TV oder Herd wird mal eben irgendwo in den Olivenhain geworfen, merkt ja schon keiner.

Vor allem auf den Inseln/kleinen Inseln ist das Problem, der Müll muss wieder runter und auf die größeren oder das Festland gebracht werden. Kompliziertes Unterfangen. Man kann nur hoffen, dass es irgendwie, irgendwann ein Umdenken gibt und die Einheimischen sehen wie wunderschön ihre Heimat ist.

Bei einigen hat dies schon begonnen, sie werden aktiv und sammeln Müll. Es ist sicherlich noch ein langer Weg, aber es tut sich auch hier etwas.

 

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