Image default

Überfischung – ein großes Problem für uns alle

Überfischung – Fische gehören ins Meer!

Was glauben wir eigentlich alle, wer oder was wir sind? Mit welchem Recht behandeln wir das Meer und die Fische, als wäre es eine unendliche Ressource? 

Ich verrate Dir was: Fische vermehren sich nicht per WLAN und das Meer ist keine unendliche Ressource für billigen Fisch!

Und wenn wir so weitermachen und nicht bereit sind, unsere Gewohnheiten zu ändern, hat es sich bald ausgetunfischt und ausgelachst und ausgeheringt.

Ich möchte hier nochmal den Beitrag von Marina (siehe hier “Wir sagen den Fischen Gute Nacht”) aufgreifen und ergänzen. Einfach weil es wichtig ist und damit es auch wirklich jeder versteht. Hier mal ein paar zusätzliche Zahlen:

2014 haben wir allein in Deutschland 1.1 Millionen Tonnen Fisch verzehrt (Quelle: NDR). 146,3 Millionen Tonnen waren es im gleichen Jahr weltweit. (Quelle: Statista).

146.300.000 Tonnen. Tendenz steigend.

Fische in der Box

Ich gebe zu – auch mir war es geschätzte 30 Jahre lang nicht bewusst, habe ich doch mein ganzes Leben lang Fisch gegessen – ob als Filet, als Steak, als Sushi oder in Dosen. Sehr gerne sogar. Irgendwann habe ich angefangen, nur noch den teureren Fisch zu kaufen, ich dachte das sei dann besser und vor allem nachhaltig und so. Und ich konnte so mein Gewissen ein bisschen beruhigen. Das Problem ist – ob der Fisch nun 1 EUR oder 10 EUR kostet, ändert nichts daran dass wir unsere Ozeane leer fischen. Dem Fisch selbst ist es ziemlich egal ob man sein Fleisch später für viel oder wenig Geld verkauft und ob Du nun 1 EUR oder 5 EUR für 100g bezahlst. Er ist so oder so tot.

Kürzlich habe ich mich dann dazu entschieden, nie wieder Fisch zu essen.

Ich kann es einfach mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren und weiß vermutlich mittlerweile auch zu viel über das Thema. Fische sind für mich die interessantesten Lebewesen auf diesem Planeten – wenn ich einen Fisch im Meer sehe, bin ich glücklich, ich könnte jedem noch so kleinen Fisch stundenlang beobachten. Also kann und möchte ich auch keinen Fisch mehr essen. Wenn ich in den Ozean abtauche, bin ich in einer anderen Welt. Ich vergesse alles um mich herum und möchte am liebsten Teil dieser Welt sein.

Da kann ich nicht einfach auftauchen, mir trockene Klamotten anziehen und mir einen Teller Fisch bestellen.

Überfischung – <3% (in Worten: “weniger als drei Prozent”)

Ob wir es hören möchten oder nicht – aber wenn wir unsere persönlichen Interessen und Vorlieben weiterhin in den Vordergrund stellen und uns einbilden, wir wäre hier alleine auf dieser Welt und im Ozean würden unendlich viele Fische leben, sind wir auf dem Holzweg. Und wir stehen vor einem riesigen Problem. Beispiel gefällig?

Nach einer aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung liegt bspw. der derzeitige Bestand des Pazifischen Blauflossen-Thunfischs um 97 Prozent unter seinem historischen Niveau, bei geschätzt 2,6 Prozent des „ungefischten“ Bestandes. (Quelle: N24)

2,6 Prozent. IN ALLEN OZEANEN DIESER WELT!

Die Biomasse (also die Menge aller Lebewesen auf diesem Planeten) bestand früher (also gaaaaaaanz früher) zu 99% aus Wildtieren und 1% Menschen. Heute sind es 98% Menschen und unsere Nutztiere und 2% Wildtiere. Merkste was?

Damit Du es Dir besser vorstellen kannst, hier ein mal ein paar Vergleiche:

  • Wenn es früher mal 1.000.000 Tunfische gab, gibt es heute noch 30.000. Oder früher 100, heute nichtmal 3.
  • Stell Dir vor Du bist in einer S-Bahn, es befinden sich 100 Leute in Deinem Wagen. Jetzt steigen 97 oder 98 Leute aus.
  • Du machst eine Party, lädst 100 gute Freunde ein. Es kommen 3, einer verlässt deine Party vor Mitternacht.

Und das gilt nicht nur für Tunfische – das gilt leider auch für viele andere Fischarten.

Menschen werden 79, viele Tunfische nichtmal 1 Jahr alt

Es gibt noch einen sehr wichtigen Unterschied zwischen Deinen Partygästen bzw. den S-Bahn Passagieren und einem Tunfisch. Ein Mensch in Deutschland wird im Schnitt etwa 79 Jahre alt, hat während seines Lebens also mehrere Jahrzehnte lang Zeit, für Nachwuchs zu sorgen.

Tunfische hingegen haben diese Chance nur sehr selten. Da es nicht möglich ist, ausschließlich ältere Fische zu fangen, ist der Anteil von Baby-Tunfischen in den Schleppnetzen und an den Langleinen immens.

Und wenn wir nun einfach so weitermachen und all die Jungfische fangen und FRESSEN, können die Fische keinen Sex mehr haben und so auch nicht für Nachwuchs sorgen. Denn Fische können sich nicht per WLAN vermehren. Zudem sind Fische ja auch nicht einen Tag nach ihrer Geburt geschlechtsreif. Wir essen also in den meisten Fällen Baby-Fische.

Was kannst Du tun?

Ozeankind - unser Fazit

Im Idealfall kaufst und verzehrst Du gar keinen Fisch mehr. Wenn Du aber doch unbedingt Fisch essen möchtest, dann freue ich mich wenn du zumindest diese Tipps befolgst:

Kaufe Fisch, der bspw. mit der Angel gefangen wurde (bspw. gibt es die Marke FollowFish). Betrachte Fisch als Luxus, nicht als Selbstverständlichkeit – früher gab es mal die Regel, dass es nur Freitags Fisch gibt. Auf Tunfisch/Skipjack solltest Du generell verzichten!!! Vor allem ist das meistens gar kein Tunfisch!! und achte bitte darauf, keinesfalls Haifleisch zu essen (siehe dazu auch diesen Beitrag zum Thema Haifleisch in Deutschland)

 

 

Teile diesen Beitrag mit der Welt

Ähnliche Beiträge

Müll trennen – was gehört in welche Tonne?

Marina

Aldi-Plastiktüten – Ozeankind fragt nach

Micha

Das Leben gehört den Mutigen

Marina