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Plastikmüll: Folgen für unsere Tierwelt

Was sind die Folgen für unsere Tierwelt?

Die Medienlandschaft kennt seit einigen Monaten kaum ein anderes Thema: Plastikmüll. Überall wo man hinschaut. Auf vielen Internetseiten, in Zeitungen, in Youtube-Videos die zeigen wie unser Plastikmüll das Leben von so vielen Tieren negativ beeinflusst. Es ist gut, dass darüber berichtet wird. Das Thema Plastikmüll braucht alle Aufmerksamkeit die es gibt. Es ist ein globales Problem, das jeden Einzelnen etwas angehen sollte. Doch es gibt ein Themengebiet, welches Wissenschaftlern Kopfschmerzen bereitet: was sind tatsächlich die Folgen für unsere Tierwelt?

Plastikmüll in jeder Ecke unseres Planeten

Plastikmüll in der Umwelt ist ein generelles, globales Problem. Für Mensch und Natur. Doch es entwickelt sich zu einer Katastrophe sobald das Plastik in kleinste Teile zerfällt und in unser Wassersystem und somit auch in den Ozean gelangt.

Folgen für unsere Tierwelt

Laut aktuellen Forschungen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass es mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit KEIN marines Ökosystem mehr auf der Erde gibt, das nicht von Plastikmüll betroffen ist. Boom. Das sitzt. Wir haben es geschafft, dass unsere Erfindungen, unsere Bequemlichkeit, unsere Produkte ein komplettes Ökosystem in Mitleidenschaft ziehen. Es wurden Proben aus den verschiedensten Tiefen unserer Ozeane genommen. Selbst am tiefsten Punkt unserer Erde, dem Challengertief, 11.000 Meter unter der Wasseroberfläche konnte in kleinsten Lebewesen Spuren von Plastik nachgewiesen werden.

Selbst in der Arktis wurden zuletzt größere Mengen an Plastikmüll gefunden. Das Zeug liegt einfach auf Eisschollen rum. Viele Flüsse und Meeresströmungen bringen den Müll auch an die entlegensten Orte unserer schönen Welt.

Mikroplastik, die unsichtbare Gefahr für alle Lebewesen

Fast überall kannst Du Mikroplastik finden. Wenn man den weiß wonach Du suchen musst. Denn die Industrie schreibt ja nicht einfach drauf: “Achtung dieses Produkt enthält Mikroplastik. Damit schädigst Du die Umwelt”. Du bist gezwungen selbst die Augen offen zu halten. Wir haben Dir als Unterstützung eine Liste mit Fachbegriffen erstellt, womit Du Mikroplastik sofort aufspüren kannst.

In Deinen Kosmetikprodukten, in Deiner Kleidung. Selbst im Leitungswasser, im Meersalz, auch in Fisch und Meerestieren wurde es bereits nachgewiesen. Mikroplastik ist nahezu unsichtbar für das menschliche Auge. Aber auch größere Plastikteile, die im Meer umhertreiben werden mit Hilfe der Sonne und des Meerwassers in mehreren Jahren zu Mikroplastik zerlegt. Das hat weitreichende Folgen für unsere Tierwelt.

Forscher untersuchen die Folgen für unsere Tierwelt

Und stehen damit noch so ziemlich am Anfang. Fakt ist viele Tiere wie Seevögel, Schildkröten, Wale und Fische nehmen Plastik mit der Nahrung auf. Sie alle testen herum schwimmendes Plastik auf deren Essbarkeit.

Plastikmüll und die Folgen für unsere TierweltManche verwechseln Nahrung mit Plastik und es kommt dann eben unabsichtlich in deren Magen. Forschungen zeigen, dass im Meer treibender Müll den Geruch von Algen annimmt. Das ist natürlich fatal für alle Vögel. Wenn Plastik jetzt auch noch riecht wie “normales” Essen…

Aber auch kleinere Tiere wie Strandschnecken oder Muscheln nehmen Plastikpartikel auf, sie haben zwar eine Art Filter in ihrem Verdauungstrakt was dabei hilft einen Teil des Plastiks wieder auszuscheiden. Dennoch verbleibt ein Teil im Körper. Das ganze Problem betrifft aber nicht nur alle schwimmenden Lebewesen, sondern auch Korallen, Seegras oder Mangroven. Sie können schlichtweg unter einem Plastikmüll-Teppich begraben werden, bekommen keinen Sauerstoff und sterben langsam ab.

Welche Tiere betrifft unser Plastikmüll?

Wirbellose Filtertiere wie z.B. Miesmuscheln filtern und säubern das Wasser. Sind deren Filteranlagen verstopft, hat das hinreichende Folgen für das Ökosystem. Hinzu kommt, dass Menschen Miesmuscheln essen. Somit essen wir auch Plastik.

Laut einer Studie wiesen 63 % der untersuchten Nordseegarnelen Plastikfasern, Plastikgranulat oder Folienreste auf. Auch in Austern wurde bereits Mikroplastik nachgewiesen. Ganz zu schweigen vom Speisefisch. Und damit meine ich nicht nur den Fisch, der in Asien gefangen wird. Nein. Fische aus der Nord- und Ostsee wie der Kabeljau oder die Makrele hatten ebenfalls Mikroplastik aufgenommen. Dann guten Appetit! Das ist übrigens ein Grund warum wir keinen Fisch mehr essen.

Den Wattwurm und andere Segimentenfresser betrifft das Ganze übrigens auch. Ein Wattwurm frisst Sand um dadurch essbare Pflanzen und Tierreste raus zu ziehen, das ist seine Nahrung. Er kann nicht zwischen Sand und mikroskopisch, kleinen Plastikteilchen unterscheiden. Das Plastik  könnte an sich im Wurm Schaden anrichten, ein sehr großer Teil wird jedoch unverdaut wieder ausgeschieden. So weit so “gut”. Wären da nicht Vögel, Krebse oder Fische, die den Wattwurm essen. Angenommen er hat das Plastik noch nicht wieder ausgeschieden, landet es jetzt im Magen der größeren Tiere. Ein kaum zu stoppender Kreislauf. 🙁

Gibt es ein Lebewesen welches nicht davon betroffen ist?!

Noch eine kurze Aussage von Forschern, die Hochrechnungen im Pazifik (Wassertiefe 200-1000 Meter) durchgeführt haben. Die dort lebenden Fische nehmen zusammen pro Jahr 24.000 Tonnen Mikroplastik auf.

Kommen wir zu Korallen, ja auch das sind Tiere. Sie zählen zu den sogenannten Nesseltieren, wie auch die Quallen oder Seeanemonen. Riffe sind das Zuhause von unzähligen Meerestieren und die Grundlage des Lebens unter Wasser. Dieser Lebensraum hat mit der Klimaerwärmung eigentlich schon genug zu tun. Jetzt kommt auch noch Plastikmüll, der zu Boden sinkt, hinzu. Ganz zu schweigen von Plastiktüten, die sich um Korallen wickeln und ihnen den lebenswichtigen Sauerstoff & das Licht nehmen.

Zu Beginn hab ich ja bereits erwähnt, dass Seevögel Plastik fälschlicherweise fressen, weil es nach Algen riecht. Der Meeresbiologe Matt Savoca hat dazu eine Studie durchgeführt und herausgefunden, dass eine ganz bestimmte chemische Verbindung (Dimethylsulfid) dafür verantwortlich ist. Auf dem im Meer schwimmenden Plastikmüll siedeln sich Algen an, die wiederum Duftstoffe abgeben. Seevögel wie zum Beispiel Albatrose oder Sturmtaucher riechen das kilometerweit und greifen zu.

Photo by Jonatan Pie/Unsplash

Nach heutigen Schätzungen sind 90% aller Seevögel von Plastikmüll im Meer betroffen. Rund eine Millionen Vögel sterben jedes Jahr an den Folgen. Denn das Plastik im Magen unterdrückt das Hungergefühl, sie verhungern obwohl der Magen gefüllt ist.

Die Forschungen stehen noch relativ am Anfang

Die Thematik ist so umfangreich. Daten müssen erfasst und über Jahre hinweg gesammelt werden. Litterbase ist eine super Anlaufstelle. Sie führen alle Daten und Fakten in einer Weltkarte zusammen. So kann man gleich sehen welche Küstenorte wie stark belastet sind, welche Auswirkungen das mit sich bringt.

Doch was kannst Du tun, um die Situation zu verbessern?

Vermeide Plastikprodukte (vor allem Einweg-Plastik) wo immer es geht. Überprüfe Deine Kleidung & Kosmetik auf Mikroplastik – kaufe das nächste Mal andere Produkte. Sammele herumliegenden Plastikmüll auf, lass ihn nicht in der Natur liegen. Wähle den Fisch sorgsam aus und esse keine Schalen oder Krustentiere – somit vermeidest Du Mikroplastik in deiner Nahrung.

Das sind alles Möglichkeiten für uns, als Konsumenten. Natürlich muss die Industrie und Politik auch ihren Teil beitragen, um die Gesamtsituation zu verbessern. Doch bis dahin haben wir keine Zeit, wir sollten nicht warten bis die den Anfang machen! Wir müssen selbst was machen.

 

 

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