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5 Fragen an – Arekapak, nachhaltige Verpackungen

Arekapak – nachhaltige Verpackungen – geht das?

Wer kennt das nicht, der Einkauf im Supermarkt oder gar beim Discounter wird zu einer Herausforderung in Sachen Plastik vermeiden. Der Großteil der Lebensmittel ist in Plastik verpackt. Deshalb freuen wir uns besonders Dir ein junges Startup mit Zukunft vorstellen zu können. Eine grandiose Idee, von der wir in der Zukunft noch mehr hören werden – da sind wir uns zu 100% sicher. Es geht nämlich um nachhaltige Verpackungen. Vorhang auf für die drei Gründer von Arekapak.

Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung.

Wie, warum und wo ist Eure Idee entstanden?

Wir sind 2014 für ein Auslandssemester nach Indien gereist. Dort haben wir nicht nur die Schönheit und Kultur des Landes kennengelernt, sondern wurden leider auch mit der extremen Müllverschmutzung konfrontiert. Auf unseren Reisen fanden wir in jeder Ecke der schönsten Natur Plastikmüll. Gleichzeitig konnten wir aber auch beobachten, wie in Indien traditionell Naturmaterialien verarbeitet und genutzt werden. Wir waren total fasziniert von den spannenden Eigenschaften und der natürlichen Schönheit dieser Materialien und dachten uns, mit einem modernen Design kann das eine gute, funktionale Alternative bieten. Also haben wir uns intensiver mit verschiedenen Materialien auseinander gesetzt und schließlich im Rahmen unserer Bachelorarbeit das Konzept zu Arekapak entwickelt.

Erzähl gern mehr über Eure nachhaltigen Verpackungen, woraus bestehen die? Wie werden sie hergestellt? Wie ist der weitere Prozess, wann finden wir die Verpackungen in den Supermärkten?

Unsere Produktverpackungen werden aus dem Blatt der Arekapalme hergestellt. Der Wortursprung „Areka“ stammt aus Indien und bedeutet „Fruchtbüschel“. Die dort heimische Betelnusspalme wird auch Arekapalme genannt, da die Betelnuss in großen Büscheln an dieser Pflanze wächst.

Die Arekapalme wird aufgrund ihrer Frucht schon seit Jahrtausenden in Indien kultiviert und das Palmblatt fällt dabei in riesigen Mengen als Agrarnebenprodukt an. Bisher wird allerdings nur ein kleiner Teil davon genutzt. Dabei kann der Rohstoff ohne den Einsatz von künstlichen Zusätzen in Form gepresst werden.

Die Blätter werden gesammelt, gewaschen und eingeweicht, dann in der Sonne getrocknet und schließlich nur mit Hitze und Druck in Form gepresst. Das Material ist außerdem hitze- und kühlbeständig, für einige Stunden wasserabweisend und nach Verwendung vollkommen kompostierbar. Für uns ist das der ideale Grundstoff für unser Verpackungsdesign.

nachhaltige Verpackungen aus Pflanzenresten
© Arekapak
Verpackungen aus Blättern
© Arekapak

Die Herstellung wird in Indien durch lokale Manufakturen erfolgen. Durch unsere Produktion mit Kleinproduzenten in Indien bleibt die Wertschöpfung im Land, unterstützt dort die Existenzsicherung in ländlichen Regionen und stärkt die Unabhängigkeit von Frauen. Eine soziale und nachhaltige Wertschöpfungskette ist uns sehr wichtig. 

Gerade stecken wir noch in der Gründungsphase, bauen die Produktion auf und gestalten eine Verpackungslinie, mit der wir die Bedürfnisse möglichst vieler potenzieller Kunden abdecken. Dabei arbeiten wir eng im Austausch mit Pilotkunden zusammen, mit denen wir Testprojekte durchführen. Wenn alles glatt läuft, rechnen wir damit, gegen Ende des Jahres in den Markt eintreten zu können.

Thema Nachhaltigkeit, was setzt ihr in Eurem persönlichen Alltag um? Könnt ihr Tipps weitergeben?

Wir versuchen so gut es geht Verpackungen zu vermeiden, wo es Alternativen gibt. Wir kaufen lose ein, wenn es geht, bringen unseren Mehrweg-Kaffeebecher mit oder benutzen Papiertüten mehrmals. Darüber Hinaus machen wir uns viele Gedanken über die Herkunft und die Inhaltsstoffe der Produkte, die wir kaufen.

© Arekapak

Der Versuch besonders nachhaltig zu konsumieren kann aber auch frustrierend sein, weil man schnell an Grenzen stößt. Es gibt ja einfach noch nicht für alles Alternativen. Wichtig ist für uns, den eigenen Konsum zumindest zu überdenken, da einzusparen, wo es möglich ist und sich vor allem zu informieren. Nachhaltigkeit ist nämlich leider sehr komplex. Deshalb sehen wir auch eine große Verantwortung bei Unternehmen, transparenter zu kommunizieren.

Ihr seid ein junges Team mit Visionen, wie behaltet ihr Eure Ideen/Optimismus bei, wenn (meist ältere) Kritiker um die Ecke kommen? Falls das überhaupt der Fall ist.

Wir bekommen glücklicherweise sehr viel mehr positive Kritik als negative. Das liegt sicherlich auch daran, dass der Schuh wirklich drückt und die Suche nach Lösungen gerade ein großes Thema ist. Wir bekommen immer wieder ganz liebe E-Mails und Zuspruch von Menschen, die unsere Idee unterstützen. Das ist sehr motivierend.

Natürlich ist so eine Gründung aber generell mit vielen Unsicherheiten verbunden. Vieles ist noch unvorhersehbar, wir werden ständig ins kalte Wasser geworfen und lernen täglich Neues. Da sind natürlich auch viele Ängste im Spiel.

Was uns hilft, ist, dass wir ein so eingespieltes Team sind, uns gegenseitig Mut machen und uns aufeinander verlassen können. Auch der Austausch mit anderen Gründern ist sehr wichtig für uns. Die haben nämlich oft ganz ähnliche Schwierigkeiten, man ist gar nicht so allein mit seinen kleinen Problemen und großen Visionen. Was uns antreibt, sind am Ende die großen Visionen und der Glaube, dass etwas Gutes daraus wird.

Wenn Ihr eine Sache sofort ändern könntet die Eure persönliche Welt verbessert, was wäre das?

Eine bessere Welt wäre für uns eine, in der das Glück weniger an Geld und Macht gemessen wird, sondern das Ziel die Zufriedenheit der Gemeinschaft und das Gleichgewicht der Welt ist. Das ist eine wunderbare Utopie.

Wenn Du jetzt mehr über dieses sympathische Trio und das Unternehmen wissen möchtest, klicke bitte auf deren Homepage.

© Arekapak
© Arekapak

 

 

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