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Müll ist ein weltweites Problem

Abfall, ein weltweites Problem – und was man dagegen tun kann.

Heute kommt Ozeankind Karin aus Bern (35) zu Wort. Sie reist gern & viel und schaut überall genau hin. Lese welche Erfahrungen sie aus unterschiedlichen Ländern mitgenommen hat und was sie selbst gegen das Müllproblem macht.

Ich bin in den letzten Jahren viel herumgereist und hatte dabei stets nicht nur Augen für das Schöne, sondern auch für die Dinge, die nicht im Reisekatalog gezeigt werden.

Überall auf der Welt geht man anders mit dem Müllproblem um

In Malaysia empfand ich die Verschmutzung durch Müll besonders schlimm. Für die Touristen beseitigt man zwar den Unrat auf dem entsprechenden Strandabschnitt vor dem Hotel, jedoch findet man ein paar Schritte weiter bereits wieder Ansammlungen von Abfall-Treibgut.

Im ländlichen Teil von KwaZulu-Natal, einer Region in Südafrika, gibt es keine organisierte Müllentsorgung. Entweder werfen die Dorfbewohner den Müll auf einen Haufen, den man ab und zu anzündet oder man schmeisst seinen Abfall bequem «über den Gartenzaun» in den Strassengraben – der nächste Regen übernimmt dann die Entsorgung und schwemmt die Abfälle in den nächsten Fluss, bis alles irgendwann im Meer landet.

Im ganzen Land wird ein Grossteil der Abfälle immer noch auf Deponien entsorgt. In manchen südafrikanischen Gemeinden oder auch in gewissen Hotels und Lodges existiert auf privater Initiative gegründetes Müll-Management inkl. Mülltrennung und professioneller Entsorgung. Die Gegensätze in diesem Land sind auch in Sachen Abfall gross!

Traum-Strand am Cape Vidal, Südafrika 

Gleich nebenan, im Kleinstaat Swaziland, wird der Abfall am Strassenrand von Kindern eingesammelt, organisiert von den staatlichen Schulen. Hier wird schon im Kindesalter ein Bewusstsein für das Abfallproblem geschaffen – Hoffnung für die Zukunft!

In Costa Rica, dem mittelamerikanischen Staat, in dem fast ein Viertel der Fläche aus Nationalparks und Schutzgebieten besteht, fanden wir fast überall öffentliche «Abfalleimer» mit verschiedenen Behältern für Glas, Plastik, Alu, organische Abfälle, Papier/Karton und «nicht-recycelbare Abfälle», wo man den Abfall von Anfang an getrennt einsammelt. Leider ist der gute Wille der Regierung noch nicht in allen Köpfen der Einheimischen und Touristen angekommen, denn trotz der innovativen Behälter findet man auch hier an vielen Orten noch Abfall in der Natur (manchmal sogar von den Affen oder Waschbären aus dem Rucksack geklaut und in den Wald verschleppt).

Nationalpark Manuel Antonio (Waschbär auf der Lauer)

Wie ist das in meiner Heimat und was unternehme ich selbst ?

Bei uns in der Schweiz haben wir ein gut funktionierendes Abfall-Management und in Sachen Recycling waren wir mal in der Vorreiter-Rolle. Mittlerweile haben uns andere Staaten wie Deutschland oder Südkorea (Quelle: OECD-Bericht 2015) überholt. Ausländische Besucher empfinden die Schweiz meist als «sauber», doch in Wahrheit hat das Littering zugenommen.

Ich selber habe seit einiger Zeit angefangen, nach und nach jedes Wegwerf-Plastikteil in unserem Haushalt zu hinterfragen und wenn es geht, durch eine plastikfreie Alternative zu ersetzen – oder gleich ganz darauf zu verzichten. Vieles geschieht einfach aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit und man überlegt sich gar nicht, ob es wirklich nötig ist.

Einige Beispiele aus meinem Alltag:

  1. Für meinen Mann und mich ist es mittlerweile selbstverständlich, dass wir mehrere Einkaufstaschen im Auto vorrätig haben. So haben wir auch bei spontanen Einkäufen immer eine Tasche dabei. In diesen Taschen ist auch immer ein Stoffbeutel für Gemüse und Früchte dabei. Oft sind diese Frischprodukte in den Supermärkten auch mit Plastik foliert, weshalb  wir ein Abonnement bei einem Bauern in der Nachbarschaft abgeschlossen haben; nun erhalten wir alle ein bis zwei Wochen einen Korb mit frischen Produkten geliefert – ganz ohne Plastik und erst noch regional und saisonal!
  2. Seit Jahren hole ich mir morgens einen Cappuccino bei einer Bäckerei. Dank meinem Thermo-Kaffeebecher habe ich dabei mittlerweile mindestens 1200 Einwegbecher eingespart.
  3. In unserer Dusche steht nur noch 1 Plastikbehälter: Das Shampoo einer Naturkosmetikmarke, selbstverständlich ohne Mikroplastik. Fürs Duschen verwenden wir eine handgemachte, feste Seife aus natürlichen Zutaten.
  4. Mein neuestes Projekt: Ich teste eine kompostierbare Zahnbürste aus Bambus*.

Im Hinblick auf eine nachhaltige Zukunft braucht es von Seiten der Regierungen klare Vorgaben hinsichtlich Entsorgung, Reduktion und Vermeidung von Plastikmüll. Die Bevölkerung muss sensibilisiert werden, damit ein Umdenken stattfinden kann. Jeder Einzelne kann zur Lösung des Plastikproblems beitragen!

Karin, 35, Bern

 

 

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