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Eine Reise stellte mein Leben auf den Kopf

Wie eine Reise nach Australien mein Leben auf den Kopf stellte.

Ahoi ihr Plastikrebellen!

Ich bin Melanie, 28, und ein Urlaub in Australien sowie der Kurzfilm „A plastic ocean“ aus der Ocean Filmtour Vol. 4 haben mein Leben auf den Kopf gestellt – ich wurde zum Ozeankind.

Vor ziemlich genau einem Jahr ging es auf meine erste große Reise – das Ziel: Adelaide in Australien. 3 ½ Wochen verbrachte ich rund um Adelaide, Warrnambool, Alice Springs und und und… und ich möchte behaupten dass es einer der perfekten Orte war um sich so richtig ins Meer zu verlieben.

Ich war nie ein Wassermensch – schwimmen? Nur wenn‘s in der Schule sein musste oder es im Sommer viiiiel zu warm war.

Tauchen? Niemals ohne die Nase mit den Fingern zuzuhalten.

Dann stand ich doch mitten im Meer

Doch das alles änderte sich und der Tag kam an dem ich zum Port Noarlunga Jetty geschleppt und mir kurz und knackig alles wissenswerte von einem befreundeten Tauchlehrer erklärt wurde und schon standen wir da – mitten in den Wellen.

Die Panik war anfangs groß und so wie ich nunmal bin jammerte ich ein wenig rum dass alles so schwappte durch die Wellen, ich wieder Richtung Strand gezogen werde blablabla.

Und dann sagte Kym: „Komm. Wir versuchen das nochmal. Geh‘ auf die Knie, versuch den Kopf unter Wasser zu halten und einfach normal ein und auszuatmen.“

Mit Skepsis tat ich was er sagte und auf einmal funktionierte es – ich konnte unter Wasser atmen!

Kym hakte mich in seinem Arm ein und wir begannen mit kleinen Flossenschlägen zu tauchen.

Ich glaube ich weiß wieso es in einem Ort wie Adelaide ziemlich cool sein muss Tauchlehrer zu sein: der Moment in dem jemand das erste Mal taucht und sich dann riesig freut über Sachen die man noch nie zuvor gesehen hat – unbezahlbar.

Ich denke ich erzähle die Geschichte immer gleich und ich werde sie wohl auch für immer in meinem Herzen haben:

Mit den kleinen Flossenschlägen die wir also machten kamen wir immer weiter vom Strand weg und auf einmal entdeckte ich sie: eine Krabbe! Gut dass ich den Oktopus im Mund hatte sonst hätte ich wohl geschrien vor Freude. Aber Kym hat sofort gemerkt wie sehr ich mich darüber gefreut habe und sofort kam schon die nächste Krabbe… Als hätten sie eine Showeinlage nur für mich eingeübt krabbelten sie von links nach rechts, vergruben sich im Sand und ich schaute ihnen völlig fasziniert zu als Kym mich antippte und ich zu ihm aufschaute. Mein Blick folgte seinem Zeigefinger welcher mich zurechtwies dass wir inmitten eines wundervollen Fischschwarms waren.

Ich kam nicht mehr aus der Begeisterung raus.

Das war meine erste, richtig bleibende Erinnerung mit dem Meer und der Unterwasserwelt.

Seit diesem Moment bin ich infiziert

Mittlerweile habe ich dank meinem Freund (welcher auch Taucher ist und der mich überhaupt nach Australien geschleppt hat) den Tauchschein gemacht. In Deutschland natürlich etwas schwierig solche Orte und Momente zu finden wie in Australien. Aber der nächste Urlaub sollte auf jeden Fall etwas damit zu tun haben..

Durch diese ganze Faszination und andere Outdoor Sportarten denen ich mal ganz gern nachgehe kam ich zu Filmen der European Outdoor Film Tour und auch zur Ocean Filmtour.

Wow. Nicht nur beeindruckende Bilder von Tauchgeschichten, witzige Anekdoten aus alten Seglerstories sondern auch der Bezug zum Thema Müll in unseren Meeren kam mir näher.

Die Bilder aus dem Kurzfilm „A plastic ocean“ bedrückten mich sehr. Ein, zwei, ja vielleicht auch drei Tränchen kullerten an meiner Wange herunter und ich erwischte mich wie wichtig mir alles geworden war. Diese schöne Welt, die ich noch 3 Wochen zuvor das erste Mal selbst live erlebt habe – überdeckt. Mit Müll.

Müll von uns Menschen. Menschen, die wie manche Politiker denken, es sei schwachsinnig dass man sich JETZT darum kümmern muss und nicht erst in 20 Jahren!

Menschen, die einfach so Ihre Sachen im Supermarkt kaufen, auf dem nach Hauseweg dann essen und die unnötige Verpackung welche sie gerade erst gekauft haben dann einfach so in die Natur werfen.

Alles – egal ob es in einer Großstadt oder einem Dorf ist – ALLES landet irgendwann doch im Meer. Und dieser Kreislauf, dieses Meer, was WIR alle benötigen – das machen wir uns selbst zum Verhängnis. 

Mittlerweile ist einige Zeit verstrichen und ich bin verschiedene Wege gegangen – manche gehe ich weiter und manche Wege habe ich verlassen.

Wichtig ist mir dass die Menschen ein Verständnis dafür bekommen dass jeder noch so kleine Fitzel Müll, besonders Plastikmüll, nichts in der Natur zu suchen hat und man gewisse Dinge vermeiden kann. Was bringen die Kotbeutel von Hundebesitzern mit dem aufgesammelten Mist wenn kein Mülleimer zum entsorgen in Reichweite ist und somit natürlich diese Kotbeutel samt Plastiktüte dann in der Natur landen? Warum müssen Salatgurken in Plastikfolie eingeschweißt sein? Wer kommt auf die Idee eine Fußmatte seines Autos einfach so irgendwo auf einer Grünfläche zu entsorgen?

Man kann manche Menschen vielleicht nicht sofort ändern. Das hat was mit Erziehung, Alter oder sonstigem zu tun.

Aber man kann ein besserer Mensch sein als die anderen. Und auch wenn es Zeit kostet, ein wenig Kraft und Hingabe – das ist es vollkommen wert, wenn ich daran denke welchen Zuspruch und welche Aufmerksamkeit auf einmal „freiwilliges Müll sammeln“ bekommt.

Plötzlich merken die Menschen im Freundes- und Bekanntenkreis dass es verdammt wichtig ist.

Ich denke an die Zukunft. An eine Zukunft in der ich irgendwann mal Kinder haben möchte, mit ihnen die Welt bereisen und deren Schönheit in allen Ausmaßen zeigen will. Aber was wenn die Wissenschaftler Recht haben?

Was, wenn 2050 unsere Meere voller Müll sind statt voller Fische?

 

 

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