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Angst vor der Zukunft?!

Heute werde ich 30 Jahre alt.

Nun ist es soweit. Ich bin 30 und habe keine Angst vor der Zukunft.

Pauken und Trompeten blieben aus. Ich fühle mich nicht anders. 
Mein Gesicht ist auch noch das Gleiche und einzelne graue Haare hatte ich sogar vor diesem magischen Tag entdeckt. Na gut, im gleichen Moment auch eliminiert.

Ich bin weder verheiratet, noch habe ich Kinder oder bin schwanger, habe keinen Bausparvertrag oder einen Kredit aufgenommen um eine viel zu teure Wohnung im schicken Düsseldorf abzubezahlen.

„Und wann ist es bei Euch soweit?“. Das ist eine beliebte Frage in Bekannten- und Freundeskreis sobald man der magischen dritten Null näher kommt. Früher habe ich dann gesagt „Vielleicht, in 2-3 Jahren“, mittlerweile ist daraus ein „Dann wenn es soweit ist.“ geworden.

Vielleicht kennst du das auch. Mit 20 haben wir alle ziemlich genaue Vorstellungen wie unser eigenes Leben mit 30 im besten Fall aussehen soll. Haus, Hochzeit, Kinder.

Je näher wir dem Augenblick kommen um so weiter weg schieben wir die „Verantwortung“. Aber ist es genau das?!

Verschiebe ich mein Leben auf später? Was bedeutet Leben für mich?

Im letzten Sommer hatte ich 10 jähriges Abi Treffen. War komisch. Die Aufregung vorher, wer wohl alles da sein wird, ob man miteinander spricht wie früher, über welche Themen. Ob überhaupt jemand mit mir spricht. Das alles ging mir durch den Kopf auf dem Weg dort hin.

Es war ein spannender & lustiger Abend, der mir zeigte, dass ich mein Leben irgendwie anders lebe. Viele meiner Mitschüler waren schon Eltern oder sind gerade dabei es zu werden. Ein Haus ist meist auch schon bezogen. 

Ich frage mich: wer oder was ist der Auslöser, dass wir unser Leben nach einer gewissen Art gestalten & leben?
Klar, die Familie, Freunde und die Gesellschaft. Aber auch der Mensch selbst. Jeder für sich.

Was in mein Hirn nicht rein geht, ist die eingangs gestellte Frage „Und, wann ist es bei Euch soweit?“.  Warum zum Teufel wird diese Frage ab 25 immer öfter gestellt? Gibt es irgendwo eine Challenge, mit einem saftigen Geldgewinn wenn man alles bis 30 erreicht hat?

Was genau ist eigentlich ein glückliches Leben?

Bedeutet ein glückliches Leben in Deutschland, neben dem selbstverständlich, gradlinig, einwandfreien, beruflichen Lebenslauf, eine Familie mit 2 Kindern, Haus, Hund & Garten?
Kann man das mal anhalten? Können wir alle mal tief durchatmen und uns locker machen?
Es gibt nicht DIE Schablone für uns alle. Zum Glück nicht.

Auch die Erwartungen durch die Gesellschaft (oder Familie) liegen manchmal zu schwer auf unseren Schultern. Dadurch verlieren wir uns und das meist bevor wir herausgefunden haben wer wir sind oder sein wollen. Die eigene Vorstellung vom Leben.

Ich habe auch noch nicht DIE Vorstellung von meinem Leben. Das nur am Rande. 😉

Ich bewundere Menschen, die glücklich sind. Die sich dem Druck von außen nicht hingeben sondern ihr eigenes Ding machen. Wenn das eigene Ding ist, früh Mama zu werden und ein Haus zu kaufen, dann ist das gut und vollkommen richtig für Dich. Wenn sich gewisse Dinge gut anfühlen, ist es richtig. Das habe ich mittlerweile auch gelernt. Oder nimm den Arzt der nach 20 Jahren doch auf sein Herz hört und Gärtner wird, weil es ihn glücklich macht.

Jeder einzelne Tag sollte gefeiert werden und nicht nur der jährliche Geburtstag.

Ich finde es wahnsinnig spannend älter zu werden, da mach ich keinen Unterschied ob nun 25, 29 oder 30. Denn jedes Jahr lernen wir uns besser kennen.

Was ist mir wichtig? Was will ich im Leben? Und was will ich nicht? So viele Menschen wissen nicht was sie selbst wollen, oder was eben nicht. Viele leben fremdbestimmt und fühlen sich leer. 

Ich wünsche mir von Herzen, dass DU dein Glück findest. Nicht das Glück deiner Eltern oder was für ein Leben sie sich für Dich wünschen. Du solltest nicht das Leben leben, was sich für Dich nicht richtig anfühlt. Dafür ist zu wenig Zeit da. Wir haben alle nur ein Leben.

Ich plädiere für mehr Reflexion. Nicht von außen. Es geht um dein Inneres.
Das werde ich mir selbst auf den Zettel schreiben. Zum ersten Mal werde ich mir 10 Fragen stellen, um mein letztes Jahr zu reflektieren und mich auf das neue Lebensjahr einzustellen.

Vielleicht ist es auch was für Dich?

Ich wurde inspiriert durch die liebe Laura Seiler.

  • Was sind die drei wichtigsten Erkenntnisse in diesem Jahr gewesen? 
  • Habe ich 100% gegeben und bin ich ehrlich mir selbst gegenüber geblieben?
  • Wofür bin ich dankbar? Worauf bin ich stolz? 
  • Was war die wichtigste Entscheidung? 
  • Bin ich der Mensch in meinen Beziehungen, der ich gerne sein möchte?
  • Was würde ich rückblickend anders machen?
  • Welche Dinge wünsche ich mir für das nächste Jahr? 
  • Zu was möchte ich beitragen?
  • Wofür möchte ich mir mehr Zeit nehmen?
  • Was möchte ich Neues lernen?

Jetzt freue ich mich noch mehr auf die kommenden 365 Tage. Ich freu mich auf den Menschen der ich sein werde. Wir sprechen uns dann in einem Jahr. 😉

 

 

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